Uns hat keiner zum Wolf gefragt

Die geplante Wolfsverordnung soll die Menschen beschwichtigen

Zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Lausitzer Wölfe – Artenschutz braucht Grenzen“ hatte die Landtagsabgeordnete Dr. Kirsten Muster (Blaue Partei) am 23. Januar nach Wittichenau eingeladen. Das Interesse war groß – die Gaststube in der Wirtschaft „Zur Grafschaft“ war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Zunächst arbeitete die wissenschaftlich Mitarbeiterin der Blauen Landtagsgruppe, Antje Henning, die Defizite der geplanten Wolfsmanagementverordnung des Umweltministers heraus. Sie wies in vielen Punkten nach, dass es sich in Wahrheit um eine Wolfsbegünstigungsverordnung handelt. Außerdem sei äußerst fraglich, ob es sich bei den Tieren tatsächlich um Wölfe handelt oder doch um Scheinwölfe, die keinen Schutzstatus haben. Gute Argumente lieferte dazu auch Dr. med.vet. Bresan, der spontan an die 3. Durchführungsverordnung zum DDR-Jagdgesetz erinnerte, wonach damals die Wölfe ganz bewusst abgeschossen werden durften. Sein Redebeitrag wurde dreimal durch Beifall unterbrochen. Mehrfach wurde in der lebhaften Diskussion darauf hingewiesen, dass die Lausitz seit mehr als 100 Jahren bis auf Einzeltiere wolfsfrei ist und niemand bisher den Wolf vermisst hat. Eines wurde in der Diskussion klar: die Menschen in der Lausitz und anderswo wurden niemals befragt, ob ihre Heimat den neuen Lebensraum für die aus Polen zugewanderten Wölfe bilden soll. EU-Kommission, Bundestag und auch die sächsische CDU-Regierung interessieren sich nicht für die Lebensbedingungen der Menschen, die mit dem Wolf unfreiwillig in Berührung kommen.
Die vier Teilnehmer von wolfsfreundlichen Organisationen verzichteten ausdrücklich auf eine Stellungnahme zur Wolfsthematik, obwohl sie von der Abgeordneten Muster zweimal darum gebeten wurden.
Über den Zwischenstand der von 14.000 Bürgern unterzeichneten Wolfspetition berichtete Herr Jurij Suchy. Er zitierte aus einem Brief von Kerstin Lauterbach (Die Linke), der Vorsitzenden des Petitionsausschusses, wonach die zu erwartende Wolfsverordnung den Petenten alle Sorgen nehmen wird. Es machte sich nur bitteres Gelächter breit.

Die überwältigende Mehrheit der Anwesenden sieht für das Wolfsproblem nur eine Lösung: Eine konsequente Reduktion der Anzahl an Wolfsrudeln. Die Wolfsdichte ist in der Lausitz extrem überhöht und die Probleme sind ohne Abschuss nicht lösbar. Diese Botschaft nimmt die Abgeordnete Muster mit in den sächsischen Landtag.