Wolfsangriff in Brandenburg: Jäger brauchen Rechtssicherheit in Notsituationen

+++ Blaue Partei #TeamPetry Pressemitteilung +++

In Brandenburg kam es während einer Drückjagd zu einem Wolfsangriff auf Jagdhunde. Der Wolf wurde von einem holländischen Jäger daraufhin erschossen. Gegen den Schützen wurde Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet.

Dr. Kirsten Muster, MdL der Blauen Partei #TeamPetry, dazu:

„Der holländische Jagdgast scheint auf dem ersten Blick alles richtig gemacht zu haben. Nachdem der Wolf während der Drückjagd mehrere Jagdhunde, unter anderem auch den eigenen angriff, versuchte er das Tier zunächst durch lautes Schreien und pfeifen zu verjagen. Nachdem dies scheiterte, feuerte er einen Warnschuss ab. Der Wolf ließ jedoch noch immer nicht von den Jagdhunden ab, so dass ihm zur Rettung nichts anderes übrig blieb, als den Wolf zu erschießen.

Juristisch betrachtet liegt eigentlich ganz klar ein rechtfertigender Notstand vor nach § 34 Strafgesetzbuch vor. Die Jagdhunde sind Eigentum der jeweiligen Jäger. Auch das Grundgesetz regelt in Artikel 14 ganz klar den Schutz des Eigentums. Laut der aktuellen Rechtsauslegung des Naturschutzrechtes war der Abschuss trotzdem illegal, da schließlich nur die Hunde und nicht der Mensch angegriffen hatte. Ganz abgesehen davon, dass die Teilnehmer der Treibjagd nicht davon ausgehen konnten, dass der Wolf nach dem Angriff auf den Jagdhund von seinem aggressiven Verhalten abrückt.

Interessant ist hier jedoch auch die Meinung des sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft. In dem Entwurf der Sächsischen Wolfsverordnung wurde direkt vermerkt, dass der Abschuss des Wolfes bei einem Angriff wie in Brandenburg unzulässig wäre. Artenschutz wird im Freistaat über den Eigentumsschutz und den Tierschutz gestellt. Neben den vielen weiteren Unzulänglichkeiten zeigt sich auch an dieser Stelle, wessen Geistes Kind diese Verordnung ist.

Es dürfen dem Bürger nicht alle Rechte aus Gründen eines vermeintlichen Artenschutzes abgesprochen werden.“