Wölfe im Raum Dresden – Artenschutz braucht Grenzen!

Radeberg, 20.11.2018

+++ Pressemitteilung +++

Der Wolf ist längst im Raum Radeberg und Dresden angekommen. Neben zahlreichen Sichtungen, Rissen und Welpen in der Massenei häufen sich seit 2017 auch Sichtungen im direkten Dresdener Stadtgebiet. Das Thema ist politisch brisant. Anlass genug um zur Diskussionsrunde mit den beiden Landtagsabgeordneten Gunter Wild und Dr. Kirsten Muster der blauen Partei zu laden.

Während einige die vermeintliche Rückkehr der Wildnis begrüßen, haben es sich die Mitglieder der blauen Partei zur Aufgabe gemacht, das System Wolfsschutz kritisch zu hinterfragen, allen voran Gunter Wild auf Landes- und Dr. Frauke Petry auf Bundesebene. Was wird mit unseren Steuergeldern eigentlich alles finanziert? Leben hier in Deutschland überhaupt echte oder doch nur Scheinwölfe? Warum werden Abschüsse in Deutschland erst genehmigt, wenn schon etwas passiert ist? In Sachsen wird immer wieder behauptet, Abschüsse werden aufgrund des EU-Naturschutzrechts nicht möglich. Aber warum werden dann die Populationen in Frankreich und Niederösterreich reguliert, inklusive wolfsfreier Zonen und Abschussquoten? Es ist klar, dass Artenschutz auch Grenzen braucht.

Erst im Oktober listete die Staatsregierung auf Anfrage im Raum Dresden und Radeberg 36 Sichtungen, 11 Übergriffe auf Weidetiere, eine überfahrene Fähe inmitten der Dresdner Heide, ein ausgefressenes Reh direkt neben dem Flughafen und ein Beweisfoto aus einer Fotofalle im Dresdner Norden auf, seit Januar 2017. Zusätzlich wurden Wolfsrudel in der Massenei und Hohenstein/ Stolpen nachgewiesen, also in unmittelbarer Umgebung.

Schnell wurde in der Diskussion klar, dass hier in der Region die Anzahl der Vorfälle bereits deutlich höher ist. Trotz Meldung wurden offensichtlich nicht alle Risse in die Statistik aufgenommen. Gleichzeitig wurde die Gefahr von ausbrechenden Weidetieren offensichtlich unterschätzt. Auch in Wallroda flüchteten scheinbar bereits Rinder vor den Wölfen und irrten außerhalb der Weiden umher. Nachweisen lässt sich dies freilich nur schwer.

Als blaue Partei stehen wir daher ganz klar für eine Regulierung der Wolfspopulation. Dauerhafte Ansiedlungen dürfen nur in unbesiedelten Regionen mit ausreichend großen Territorien akzeptiert werden. Zur Erhaltung der natürlichen Scheu ist das Vergrämen oder Erschießen von Tieren, die sich Menschen, Siedlungen oder Weiden nähern unentbehrlich. Wir fordern daher die Staatsregierung auf, die Verantwortung nicht länger auf die EU oder den Bund zu delegieren, sondern die eigenen Spielräume endlich auch zu nutzen!

Gleichzeitig ist zu klären, in welchem Maße hier nur noch Scheinwölfe leben. Es ist bewiesen, dass die Gründerpopulation der sächsischen und deutschen Wolfspopulation bereits durch Verpaarungen mit Hunden geprägt war. Weiterhin die Tatsachen zu verleugnen ist nicht nur reine Steuergeldverschwendung, sondern gefährdet auch jegliche Schutzbemühungen für den Erhalt des Europäischen Grauwolfes.

Die Diskussionen werden sicherlich noch weiter geführt werden. Herr Suchy, einer der Organisatoren der Petition „Begrenzung der Wolfspopulation“, machte die Situation in der Lausitz deutlich. Mit über 18.000 Unterschriften, von denen 12.000 allein aus der Lausitz stammten, ist die Petition bereits jetzt eine der bislang erfolgreichsten Wolfspetitionen.

Ich möchte an dieser Stelle allen Anwesenden für die Gespräche danken. Für uns ist klar, wir wollen mit Ihnen in Kontakt bleiben – nicht nur in Bezug auf den Wolf.

Bitte vormerken: Die nächste Veranstaltung dieser Art findet am 15. Januar 2019 bei Hoyerswerda statt.

19:00 Uhr in der Gaststätte „Zur Grafschaft“, Neudorf-Klösterlich 7, 02997 Wittichenau