Es gilt das gesprochene Wort!

Dresden, 07.11.2018

+++ Pressemitteilung +++
Dr. Kirsten Muster, Andrea Kersten
Zur Fachregierungserklärung von Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange zur kulturellen Bildung
von Kindern und Jugendlichen im Freistaat erklären die Abgeordneten der Blauen Partei im
Sächsischen Landtag, Dr. Kirsten Muster und Andrea Kersten:

Dr. Kirsten Muster
„Nach dem vorgestellten Konzept sollen alle Kinder und Jugendliche in den Genuss kultureller
Bildung kommen. Das ist allerdings utopisch, wenn für ein solch umfangreiches Konzept
insgesamt nur sieben Millionen Euro pro Jahr bereitgestellt werden, davon sechs Millionen für die
Musikschulen.
Wir haben in Sachsen 30 Musikschulen mit 67.000 Schülern. Schon beim letzten
parlamentarischen Abend wurde klar, dass nicht einmal ‚JeKi‘ (Jedem Kind ein Instrument)
flächendeckend gewährleistet werden kann. Die Musikschulen erhalten seit 2002 pro Jahr sechs
Millionen Euro aus dem Landeshaushalt. Genau sechs Millionen sind auch für 2019/20 eingepreist.
Diese Summe wird durch ihr Konzept nicht um einen Cent erhöht.
Wir benötigen daher kein neues Konzept, sondern schlicht mehr Geld.“

Andrea Kersten
„Natürlich kann man neben einem Kultursenat, einer Kulturstiftung, einer Landesvereinigung für
kulturelle Kinder- und Jugendbildung, neben Kulturräumen, Kulturkoordinatoren, einer
interministeriellen AG, Fachtagungen etc. nun auch noch einen Runden Tisch initiieren, um in
einem Papier festzuhalten, die kulturellen Angebote außerhalb der urbanen Zentren und die
schulische kulturelle Bildung zu stärken. Aber was heißt das konkret?
Die Ministerin sagt, dass Kinder im ländlichen Raum aufgrund höherer Kosten für eine Fahrt zur
Kultureinrichtung benachteiligt seien und dass das ein Ende haben soll. Das ist richtig! Und
vielleicht hat es mit der jetzt angekündigten Landesverkehrsgesellschaft des Wirtschaftsministers
tatsächlich mal ein Ende. Aber: Werden mit einer Fahrt in die Stadt die kulturellen Angebote auf
dem Land gestärkt? Ganz und gar nicht, sondern nur die städtischen Einrichtungen – und vielleicht
noch der ÖPNV.
Ähnlich irritierend verhält es sich mit der Stärkung der schulischen kulturellen Bildung.
Offensichtlich versteht die Staatsregierung darunter die Kürzung des Musikunterrichts, den sie ab
dem kommenden Schuljahr angekündigt hat. Und dies trotz dass im 5. Kulturbericht des
Sächsischen Kultursenats ganz klar formuliert ist, dass es ‚keine Kürzungen bei den musischen
Unterrichtsfächern geben‘ darf! Noch 2015 hat sich Ministerin Stange in Ihrem Papier zum Runden
Tisch auf genau diese Studie gestützt.
Jetzt allerdings vermittelt das Agieren der Staatsregierung den Eindruck, dass das eine
Ministerium einreist, was das andere aufbaut und beide loben sich dafür! Das muss ein Ende
haben!“