Dr. Kirsten Muster: MDR-Beitrag über SPD-Bildungspolitikerin Friedel trägt Züge von vorzeitigem Wahlkampf

Dr Kirsten Muster

Der MDR-Sachsenspiegel hat die SPD-Politikerin Sabine Friedel in einem Feature beim Skatspielen und anderen Freizeitaktivitäten begleitet. Gleichzeitig erklärte Frau Friedel ihre Positionen und die der SPD in der sächsischen Bildungspolitik.

Dr. Kirsten Muster, MdL, medienpolitische Sprecherin der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag, kommentiert:

„Es freut mich, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk Gefallen und Interesse an der Arbeit der Landtagsabgeordneten findet und ihren Positionen in einer wichtigen und stark frequentierten Abendsendung Raum gibt. Andererseits muss ich mich über den Stil des Beitrages doch ein wenig wundern. Die rund zweieinhalb Minuten kamen mir eher wie ein Werbespot für Frau Friedel vor. Die Politikerin beim Kartenspielen, beim Essen, nebenbei nette Worte von Parteifreunden und politischen Konkurrenten – und stets eingeflochten die Positionen der sächsischen SPD in Sachen Bildung.

Ob der MDR nun beginnt, jedem der 126 Abgeordneten einen kleinen Teil des Sachsenspiegels für die Selbstdarstellung zur Verfügung zu stellen? Vielleicht erfahren wir nun endlich, aus welchem Holz der Küchentisch von Herrn Dulig geschnitzt ist? Auch dem Ministerpräsidenten bei abendlichen Kochstunden im Kreise seiner Familie über die Schultern zu blicken, wäre interessant. Vielleicht würden wir sogar noch etwas lernen.

Da das mit Sicherheit allerdings nicht geschehen wird, trägt das MDR-Feature eher den Geschmack von vorzeitigem Wahlkampf. Und zwar einseitig und parteiisch: das ist aber nicht die Aufgabe öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten.“

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